Boni, Prämien und geldwerte Vorteile
Absolventa zeigt dir, was du alles in der Gehaltsverhandlung fordern kannst und was bei der Versteuerung zu beachten ist.
Boni
Ein Bonus betrifft in der Regel alle Angestellten in einem Unternehmen, unabhängig von der persönlichen Leistung. Dies wird als Möglichkeit gesehen, nicht nur die Eigner, sondern auch die Mitarbeitenden an Gewinnen der Firma teilhaben zu lassen. Die Ausschüttung von Boni kann entweder als pauschale Summe erfolgen oder sich prozentual an deinem Grundeinkommen orientieren.
Hier findest eine Übersicht über Durchschnittsgehälter der verschiedenen Berufe:
IT und Development
Ingenieurwesen und Technik
Finanz- und Versicherungswirtschaft
Wirtschaft, Kommunikation und Digitalisierung
Management und Beratung
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Business Development | 82.676 Euro | Zu den Jobs |
| Consulting | 83.509 Euro | Zu den Jobs |
| Projektmanagement | 67.320 Euro | Zu den Jobs |
Vertrieb
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Kundenservice | 51.359 Euro | Zu den Jobs |
| Sales | 54.878 Euro | Zu den Jobs |
Logistik, Verkehr und Transportwesen
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Einkauf & Beschaffung | 60.648 Euro | Zu den Jobs |
| Logistik | 52.214 Euro | Zu den Jobs |
| Supply Chain Management | 67.909 Euro | Zu den Jobs |
| Verkehrswesen | 72.224 Euro | Zu den Jobs |
Naturwissenschaften
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Biologie | 62.595 Euro | Zu den Jobs |
| Chemie | 63.300 Euro | Zu den Jobs |
| Forschung | 52.814 Euro | Zu den Jobs |
| Mathematik | 70.333 Euro | Zu den Jobs |
| Physik | 78.773 Euro | Zu den Jobs |
Gesundheit
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Gesundheit | 63.468 Euro | Zu den Jobs |
| Medizin | 100.234 Euro | Zu den Jobs |
| Pflege | 70.139 Euro | Zu den Jobs |
| Pharma | 69.169 Euro | Zu den Jobs |
| Psychologie | 74.933 Euro | Zu den Jobs |
Design, Gestaltung und Medien
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Film, Funk & Fernsehen | 55.816 Euro | Zu den Jobs |
| Grafikdesign | 57.071 Euro | Zu den Jobs |
| Mediengestaltung | 53.997 Euro | Zu den Jobs |
| Mode | 47.493 Euro | Zu den Jobs |
Weitere Berufsfelder
| Berufsfeld | Durchschnittsgehalt | Jobs |
|---|---|---|
| Bildung & Soziales | 58.048 Euro | Zu den Jobs |
| Jura & Rechtswesen | 80.040 Euro | Zu den Jobs |
| Personalwesen | 57.054 Euro | Zu den Jobs |
| Verwaltung & Assistenz | 59.304 Euro | Zu den Jobs |
Quelle: Gehalt.de, 2025.
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Durchschnittsgehalt in Deutschland
Prämien I
Im Gegensatz dazu hängen Prämien von deiner individuellen Leistung und den getroffenen Zielvereinbarungen ab und dienen der Steigerung der Arbeitsmotivation. „Hier sollte man klar mit dem Arbeitgeber festlegen, wie und wann nach welchen Leistungen die Vergütung gezahlt wird“, empfiehlt Arbeitsrechtspezialist Jean-Martin Jünger im Absolventa Experten-Interview. Vor allem im Vertrieb ist ein Prämiensystem, aufbauend auf dem Grundgehalt sehr verbreitet. Diese erfolgsabhängige Vergütung kann für Berufseinsteiger schnell viel Gehalt bedeuten. In wirtschaftlich schlechten Zeiten dreht sich der Spieß in einigen Branchen jedoch um: Wer nur noch wenig Abschlüsse macht, verdient entsprechend weniger.
Übrigens trauen sich Frauen weniger variable Gehälter zu vereinbaren, wie Martin Wehrle in seinem Buch „Lexikon der Karriere-Irrtümer“ berichtet. Mit steigender Position werden variable Gehaltsstrukturen aber immer relevanter. Einer der Gründe dafür, warum Frauen weniger verdienen. Das ist auch in noch einer weiteren Hinsicht sehr schade, denn dort wo Frauen führen, wird mehr Umsatz gemacht.
Ein Problem von Prämien basierter Vergütung wird jetzt in der Finanzkrise deutlich: Die Ausschüttung kurzfristiger Unternehmensgewinne an die verantwortlichen Manager ist nicht an eine Haftung bei Verlusten gekoppelt. Diese gehen dann im Zweifelsfall zu Lasten des Steuerzahlers. „Die Anreizstruktur [sollte aber] symmetrisch zwischen Gewinnen und Verlusten gestaltet werden“, so Margit Osterloh und Bruno S. Frey in einem Artikel der NZZ.
Prämien II
Als Prämien werden im Übrigen auch Leistungen oder Produkte bezeichnet, die bei wiederholter Inanspruchnahme eines Produktes oder einer Dienstleistung ausgeschüttet werden. Bekanntestes Beispiel sind wohl Vielfliegerprämien. Für die
Steuer gilt: Sammelst du die Prämienpunkte beruflich und kannst sie auch privat einlösen, musst du sie ab einem Betrag von 1.224 Euro im Jahr versteuern.
Du erhältst keine Prämien oder Boni, willst aber trotzdem mehr Geld verdienen? Dann checke hier unsere Tipps für die Gehaltsverhandlung:
Belegschaftsrabatte
Die Ermäßigung oder kostenlose Bereitstellung von Gütern oder Dienstleistungen, die dein Arbeitgeber selbst herstellt bzw. anbietet, nennt man Belegschaftsrabatte. Sie sind solange steuerfrei, wie der geldwerte Vorteil 1.080 Euro im Jahr nicht überschreitet. Dieser errechnet sich aus der Differenz zwischen dem um vier Prozent geminderten Endpreis und dem vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelt § 8 Abs. 3 EStG.
Angenommen, du bekommst also 20 Prozent Mitarbeiterrabatt kannst du Waren bzw. Dienstleistungen im Wert von 6.750 Euro im Jahr steuerfrei ermäßigt bekommen:
Rechenbeispiel Mitarbeiterrabatte
| Beschreibung | Betrag |
|---|---|
| Warenwert (Endpreis) | 6.750 Euro |
| Abzüglich 4 % (270 Euro) | 6.480 Euro |
| Dein Preis (20 % Rabatt, 1.350 Euro) | 5.400 Euro |
| Differenz (dein geldwerter Vorteil) | 1.080 Euro |
Es handelt sich dabei um den sogenannten Rabattfreibetrag, d.h. wenn du ihn überschreitest, musst du nur die Menge versteuern, die den Betrag überschreitet.
Geldwerte Vorteile
Geldwerte Vorteile, auch Sachbezüge genannt, sind Teile der Bezüge eines Arbeitnehmers, die regelmäßig oder einmalig ausgeschüttet werden und die nicht zu den vom Arbeitgeber hauptsächlich hergestellten oder vertriebenen Produkten bzw. Dienstleistungen gehören. Sie sind bis zur sogenannten Freigrenze von derzeit 50 Euro im Monat steuerfrei. Überschreitest du die Freigrenze, muss allerdings der komplette Betrag versteuert werden.
Geldwerte Vorteile sind im Prinzip alle nicht-monetären Bezüge, die du von deinem Arbeitgeber erhältst und (auch) privat nutzen kannst bzw. die nicht direkt der Unterstützung deiner Arbeitstätigkeit dienen. Beliebt sind z.B. kostenloses oder bezuschusstes Kantinenessen, Laptops, Handys, Kindergarten bzw. Kinderbetreuung und natürlich der Dienstwagen für private Fahrten. Möglich ist auch der Zuschuss zu Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel sowie Tankgutscheine, die keinen Eurobetrag, sondern eine Literanzahl aufweisen.
Betriebliche Gesundheitsförderung
Bezahlt dir dein Chef beispielsweise eine Rückenschulung, kann das als betriebliche Gesundheitsförderung gelten und ist laut Bundesministerium für Gesundheit mit bis zu 500 Euro pro Arbeitnehmer im Jahr steuerlich freigestellt. Die Förderungen müssen allerdings den Anforderungen der §§ 20 und 20a des SGB V entsprechen, meistens bedeutet dies Leistungen, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen genannt sind. D.h. leider, dass nur bestimmte Gesundheitskurse gefördert werden, nicht aber die Mitgliedsbeiträge im Fitnessstudio oder Sportverein.
Wo willst du arbeiten?
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Du kannst also zusammengefasst von folgenden Gehalts-Erweiterungen profitieren und sie zum Teil kombinieren:
- Boni, die deine Firma an alle Mitarbeiter ausschüttet
- Prämien, die du mit deinem Chef bei bestimmten Leistungen vereinbarst
- geldwerte Vorteile und Belegschaftsrabatte, die nicht versteuert werden müssen, wenn der Gesamtvorteil 1.080 Euro im Jahr nicht überschreitet
- betriebliche Gesundheitsförderung, steuerfrei bis 600 Euro im Jahr.
In den meisten Fällen gilt: Ist das Gehalts-Extra steuerfrei, dann müssen auch keine Sozialabgaben geleistet werden. Damit spart dein Arbeitgeber ebenfalls bzw. bekommst du netto das raus, was dir dein Chef als Plus gibt.
Bitte beachte, dass die hier angegebenen Zahlen zu Freigrenzen, Rabattfreibeträgen und anderen Steuerregelungen sich ständig ändern. Wir können also keine Gewährleistung geben, dass die Zahlen und Gesetze noch aktuell sind. Bitte konsultiere im Zweifelsfall einen Steuerberater.